Moderation: Angela Lehner
Samstag · 13:00 – 14:00 Uhr · Großes Zelt
»Liebe ist die Illusion, dass die aktuelle Beziehung hält, und die nach ihrem Ende nur durch eine neue Illusion in Form einer neuen Liebe zur Desillusion werden kann.« Mit »Anti-Müller« legt Yade Yasemin Önder keinen Liebesroman vor, sondern eine sprachgewaltige, schonungslose Analyse moderner Beziehungen und ihrer Machtverhältnisse. Die namenlose Ich-Erzählerin, Dramatikerin und angehende Romanautorin, hat an ihrem 36. Geburtstag ihr eigenes Scheitern vor Augen: allein, kinderlos, ohne Geld. Während die Männer in ihrem Leben sich nicht festlegen wollen, wächst in ihr die Entschlossenheit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Mit poetischer Präzision seziert die Autorin die Mechanismen eines vermeintlich feministischen Kulturbetriebs, der noch immer den Männern die Regie überlässt – über die Bühnen und über die Körper.


Yade Yasemin Önders Theaterstück Kartonage wurde 2017 zu den Autor*innentheatertagen Berlin eingeladen und am Wiener Burgtheater uraufgeführt. 2018 erhielt sie den Hauptpreis für Prosa beim open mike. Ihr Debütroman Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron (2022, KiWi) wurde mit dem Debütpreis der lit.COLOGNE und dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den ZDFaspekte-Literaturpreis. 2023 erhielt sie das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. 2024 erschien der Kollektivroman Wir kommen, dessen Mitautorin sie ist.
