Shelly Kupferberg »Stunden wie Tage« (Diogenes Verlag) 

Sonntag · 15:00 – 16:00 Uhr · Großes Zelt

Shelly Kupferberg erzählt in ihrem zweiten Roman die bewegende Geschichte von Martha E. aus Berlin-Schöneberg: In den 1940er-Jahren arbeitet die fleißige, äußerst sparsame Hausbesorgerin im Mietshaus der jüdischen Brüder Berkowitz. Dort begegnet sie auch Liane Berkowitz, einer jungen Frau aus gutem Hause, ein neugieriges und lebenslustiges Mädchen, das mitten im Krieg die Liebe kennenlernt – und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Martha unterstützt die Familie in der NS-Zeit und erbt später das Haus. Jahrzehnte danach streift sie, äußerlich verwahrlost, durch die Straßen Schönebergs – von allen gekannt, doch von niemandem wirklich erkannt: als vermögende Frau, die ihre Mieteinnahmen nie nutzt, und als stille Zeugin von Lianes schicksalhaftem Leben. Shelly Kupferberg war Nachbarin der »Kiezlegende« Martha E. und begab sich 20 Jahre nach deren Tod auf Spurensuche. Mit »Stunden wie Tage« zeichnet sie das Portrait eines verborgenen Lebens.

Shelly Kupferberg, 1974 in Tel-Aviv geboren, wuchs in West-Berlin auf. Sie studierte Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften in Berlin. Neben zahlreichen Beiträgen für die ARD moderiert sie seit 30 Jahren Kultur-, Literatur und Gesellschaftsmagazine (DLF Kultur und radio3/rbb). Neben ihren regelmäßigen Live-Radiosendungen moderiert sie Konzerte, Lesungen und Tagungen, sowie Veranstaltungen für Kultureinrichtungen und Festivals. Im Herbst 2022 erschien ihr literarisches Debüt „Isidor“ bei Diogenes und stand auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und ist als Theateradaption am Wiener BURG-Theater zu sehen. Im Frühjahr 2026 erschien ihr Roman „Stunden wie Tage“ (Diogenes). 

Shelly Kupferberg: Stunden wie Tage

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