Moderation: Matthias Naumann
Samstag · 17:00 – 18:00 Uhr · Kleines Zelt
Was bedeutet es, in einem Land aufzuwachsen, dessen Teilung man selbst nicht erlebt hat – die aber bis heute spürbar ist? Auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung prägen unterschiedliche Lebensrealitäten, Chancen und Zuschreibungen das Bild vom Osten. Für die nach der Wende Geborenen wird die Frage nach Herkunft und Zugehörigkeit dabei immer wieder neu verhandelt. »Postwendekinder« gibt dieser Generation eine Stimme: 34 Autor*innen und Künstler*innen erzählen von Erfahrungen zwischen Klischee und Selbstbehauptung, zwischen strukturellen Brüchen und neuen Perspektiven. Sie widersprechen einfachen Bildern vom »Osten« und eröffnen differenzierte, oft überraschende Sichtweisen auf Identität, Erinnerung und Gegenwart. Alma-Emilia Jahn und Marlene Mähler, zwei der Herausgeberinnen des Bandes, sprechen mit Verleger Matthias Naumann über ostdeutsche Prägungen, über Ungleichheiten und politische Spannungen – und darüber, was es heute heißen kann, ostdeutsch zu sein.


Alma-Emilia Jahn ist 1999 in Erfurt geboren und aufgewachsen und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt. Sie studierte Soziale Arbeit in Darmstadt sowie Kultur, Ästhetik und Medien in Düsseldorf und ist als Künstlerin und Sozial- und Kulturpädagogin tätig. Im wissenschaftlichen Kontext beschäftigte sie sich mit dem kulturellen Erinnerungsgedächtnis von Menschen mit Ostbiografie.
Marlene Mähler ist 1999 in (Ost)Berlin geboren und aufgewachsen. Sie studierte Anthropologie und Gender Studies (BA) in Berlin und Athen und absolviert derzeit ein Masterstudium der Bildungswissenschaften in Jena. In ihrer Arbeit als Bildungsreferentin verbindet sie wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Bildungsarbeit und gestaltet Workshops zu gesellschaftlicher Teilhabe rund um den Themenkomplex Ostdeutschland.
Alma Emilia Jahn, Marlene Mähler, Angelique Pershon: Postwendekinder
