Marek Torčík »Was die Zeit nicht nimmt« (Anthea Verlag)

Moderation: Ruben Höppner 
Veranstaltung auf Tschechisch und Deutsch 
Samstag · 15:00 – 16:00 Uhr · Kleines Zelt

Tschechien ist in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse – ein willkommener Anlass, den Blick auf starke literarische Stimmen wie Marek Torčík zu richten: Ein nächtliches Gespräch mit der Mutter führt Marek wieder in seine Jugend. Zurück in eine Familie mit dysfunktionalen Mustern und in ein Umfeld, das Andersartigkeit bestraft. Als queerer Junge in einer konservativen Industriestadt ist Mobbing Mareks ständiger Begleiter. Und die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche von 1989 belasten nicht nur ihn, sondern die ganze Familie – in Form von Armut, Alkoholismus und Gewalt. Melancholisch, fragil, vor allem aber hoffnungsvoll beschreibt Torčik die Identitätssuche eines jungen Mannes mit dem Mut, zu sich selbst zu stehen. Mit seinem in über 27 Sprachen übersetzten Debüt hat sich Marek Torčík international als eine der wichtigsten neuen literarischen Stimmen Tschechiens etabliert.  Eine bewegende Lesung und ein Gespräch über Erinnerung, Herkunft und den Mut, die eigene Geschichte neu zu schreiben.

Marek Torčík (*1993) schreibt Lyrik und Prosa. Er stammt aus Přerov und lebt in Prag. Nach einem Studium der Englischen Literatur und Kultur an der Karls-Universität veröffentlichte er 2016 seinen Lyrikband rhizomy. Seine Texte bewegen sich an den Rändern von Erinnerung, Herkunft und Zugehörigkeit; sie verbinden große sprachliche Genauigkeit mit einer ungewöhnlichen Verletzlichkeit. Mit seinem Romandebüt Rozložíš paměť (Paseka, 2023) wurde Torčík zu einer internationalen Stimme, der Roman erscheint in 27 Sprachen – eine Resonanz, wie sie tschechische Literatur seit vielen Jahren nicht mehr in dieser Breite erfahren hat. Für sein Schreiben erhielt er u. a. den Magnesia-Litera-Preis für Prosa und den Jiří-Orten-Preis.

Marek Torčík: Was die Zeit nicht nimmt

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