Samstag · 18:00 – 19:00 Uhr · Kleines Zelt
Drei Stimmen, drei Stile – bei der Bücherfest-Lesebühne treffen Pointen auf Parabeln, Berliner Lakonie auf existenzielle Suche. Lesebühnen-Urgestein Ahne bewegt sich mit seinen Texten, Satiren und Zwiegesprächen »Stabil im Bus« (Satyr) zwischen Alltag, Absurdität und Gott. Alexander Estis zeichnet in seinen jüdischen Satiren (»Am Anfang war Schmonzes«, Satyr) mit scharfem Witz ein präzises Bild jüdischerLebenswelten und nimmt darin Autoritäten ebenso wie Gewissheiten genüsslich auseinander. Und Simon Elsholz erzählt in eindringlichen Kurzgeschichten (»Ich würd lieber fliegen«, schruf&stipetic) vom Dazwischen: von Orientierungslosigkeit, Druck und der Suche nach einem eigenen Platz in der Welt. Ein Streifzug durch die Möglichkeiten der kurzen Form – mal absurd, mal treffsicher und fast immer ziemlich komisch.






Ahne ist eines der bekanntesten Gesichter der Berliner Lesebühnenszene. Er wurde 1968 in Berlin-Buch geboren. Er lernte Offsetdrucker und Kastanienmännchen-Basteln. Seit 1995 liest er bei der „Reformbühne Heim & Welt“, zwischenzeitlich auch bei den „Surfpoeten“, lange hörte man ihn auch auf radioeins. Veröffentlichte Bücher: fünfzehn, darunter fünf Bände »Zwiegespräche mit Gott« (Voland & Quist). Bei Satyr erschienen von Ahne die Sammelbände der „Reformbühne Heim & Welt“ „Kann sofort verfilmt werden“ (2019) und „Schnauze“ (2025). Ahne lebt in Berlin, putzt regelmäßig Zähne (wenn er es nicht vergisst) und trägt Kleidung aus seinem Schrank.
Ahne: Stabil im Bus
Alexander Estis ist Schriftsteller. Er wurde 1986 in einer jüdischen Künstlerfamilie in Moskau geboren. 1996 siedelte er nach Hamburg über. Nach Abschluss des Studiums lehrte er deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten, darunter in Freiburg im Breisgau und Zürich. Seit 2016 lebt er als freier Autor in der Schweiz. »Am Anfang war Schmonzes« ist Estis’ neuntes Buch. Darüber hinaus schreibt er Kolumnen, Essays und Reportagen für Süddeutsche, FAZ, DIE ZEIT, NZZ und andere Zeitungen. Seine Radiobeiträge sind regelmäßig auf Deutschlandfunk Kultur zu hören. Er lehrt professionelles Schreiben unter anderem an der Universität zu Köln. Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kurt-Tucholsky-Preis 2023.
Alexander Estis: Am Anfang war Schmonzes
Simon Elsholz, geboren 2001 in Berlin-Tempelhof, begann nach seinem Schulabschluss ein Studium bei der Berliner Kriminalpolizei, brach es 2022 ab und veröffentlichte noch im selben Jahr einen Roman. 2023 folgte sein zweiter Roman. Seine Kurzgeschichtensammlung »Ich würd lieber fliegen« ist 2025 bei schruf & stipetic erschienen.
Simon Elsholz: Ich würd lieber fliegen
