Moderation: Peter Amsler
Samstag · 16:00 – 17:00 Uhr · Kleines Zelt
Zwei Bücher, zwei Perspektiven – verbunden durch die Frage, wie Menschen unter extremer Bedrohung handeln und erinnern: Die Geschichte von Lola Jaerschky (1902-1991), Lehrerin aus Berlin-Dahlem, wird vorgestellt von ihrer ehemaligen Schülerin Margrit Gunkel. Ihre Erinnerungen »Ich fragte und lernte« (Erzählverlag) führen Lola Jaerschky mitten hinein in Verfolgung, Haft und Konzentrationslager. Als Beobachterin ihrer eigenen Existenz ringt sie selbst in größter Not um geistige Freiheit – und hinterlässt ein eindrückliches Zeitdokument über innere Stärke und Widerstandskraft. Einen anderen Zugang wählt Anja Tuckermann in ihrem Kindersachbuch »Damals in der Rosenstraße« (Fischer Sauerländer): Aus der Perspektive eines Kindes erzählt sie vom mutigen Protest von Frauen in Berlin 1943 und macht diesen seltenen Moment öffentlichen Widerstands gegen das NS-Regime für jüngere Leser*innen und Erwachsene gleichermaßen erfahrbar. Das Panel bringt beide Werke ins Gespräch: über Erinnerungskultur, über die Weitergabe von Geschichte an kommende Generationen – und über die Frage, wie Mut entsteht, wenn alles dagegen spricht.




Anja Tuckermann ist in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen. Sie leitet Schreibwerkstätten und arbeitet als Redakteurin und Autorin. Ihre bekanntesten Bücher sind die dokumentarisch-biografischen Romane, in denen sie das Schicksal von Sintikindern in der Zeit des nationalsozialistischen Regimes und nach dem Krieg behandelt. Viele ihrer Bücher wurden ausgezeichnet und sind in mehrere Sprachen übersetzt worden.
Lola Jaerschky: Ich fragte und lernte
