Moderation: Carina Krause-Lindner
Samstag · 12:00 – 13:00 Uhr · Kleines Zelt
Was geben wir weiter – bewusst oder unbewusst? Und wie prägen Herkunft, Erfahrungen und familiäre Brüche die eigene Identität? Die beiden Romane dieses Panels nähern sich diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven: In »Weltenwechsel« (Orlanda) von Marion Kraft wächst eine junge Frau im Spannungsfeld von Ausgrenzung, Rassismus und sozialen Gegensätzen auf – getragen und zugleich herausgefordert von den Erfahrungen der Frauen vor ihr. Auch Alisha Gamischs »Parasiti« (Voland & Quist) folgt den Spuren dreier Generationen: Eine junge Frau beginnt, das Schweigen ihrer Familie zu hinterfragen und stößt auf ein Geflecht aus Erinnerungen, Migrationserfahrungen und vererbten Ängsten. Ein Gespräch über Herkunft und Selbstbehauptung, über familiäre Verstrickungen und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen.




Alisha Gamisch studierte in München und London Anglistik und Germanistik und lebt heute in Berlin. Ihr erster Gedichtband »Lustdorf« (Verlagshaus Berlin, 2020) wurde vom Haus für Poesie zu den besten Lyrikdebüts des Jahres gewählt. 2022 erhielt sie den Nora-Pfeffer-Preis für Lyrik des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland, 2023 war sie Stipendiatin der Romanwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin. Sie ist Gründungsmitglied des feministischen Vereins ›Wepsert e.V.‹ sowie Mitkuratorin und Moderatorin der Lesungs- und Diskussionsreihe ›PostOst-Café‹ im Maxim Gorki Theater Berlin. Seit 2025 ist sie Teil der literarischen Girlband ›No Scribes‹. »Parasiti« ist ihr Debütroman.
Marion Kraft, *1946 in Gelsenkirchen, ist afrodeutsche Literaturwissenschaftlerin, Autorin, Dozentin und Übersetzerin. Sie beschäftigt sich in ihren Publikationen mit Rassismus, Literatur von Schwarzen Autorinnen, Feminismus und der Schwarzen Bewegung in Deutschland. Nach dem Lehramtsstudium promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft und arbeitete über drei Jahrzehnte als Lehrerin und Dozentin in Deutschland und den USA. Kraft veröffentlichte vier Bücher zu afroamerikanischer Literatur, afrodeutscher Geschichte und Literatur, Feminismus und Antirassismus u.a. 2018 ein Werk über Begegnungen mit Audre Lorde. Als Übersetzerin arbeitete sie unter anderem an Werken von Buchi Emecheta, Amanda Gorman, Audre Lorde, bell hooks und Toni Morrison. Sie ist gefragte Expertin und Gesprächspartnerin in den deutschen Medien. »Weltenwechsel« ist ihr erster Roman.
